Mehr als 600 Forscher und Fachleute aus 35 Nationen kamen Ende September zur ConSoil, Europas größtem Kongress zum Thema Altlasten, im Salzburger Kongress-Zentrum zusammen. Mitveranstalter der diesjährigen Konferenz waren das österreichische Umweltbundesamt und das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (kurz: Lebensministerium). Auf der Tagesordnung standen rund 200 Vorträge und Diskussionen zu allen Bereichen rund um das Thema Altlasten.
Welchen Stellenwert die Tauw GmbH europaweit im Bereich der Altlastensanierung hat, wurde bereits durch einen Blick ins Veranstaltungsprogramm deutlich: Gleich neun Mal (angeführt von Tauw Chairman Laurent Bakker) standen Mitarbeiter der Tauw GmbH als Referenten im Blickpunkt der Fachöffentlichkeit. Die ConSoil fand bereits zum 11. Mal statt; die internationale Tagung wird alle zweieinhalb Jahre vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (Leipzig) und dem niederländischen Beratungsunternehmen für Boden-, Grund- und Oberflächenwasser-Management „Deltares” initiiert und organisiert.
Der Titel der Konferenz ConSoil leitet sich ab von Contaminated Soil = kontaminierter Boden. Vereinfacht ausgedrückt behandelt der Kongress die neusten Themen im Bereich der Bewirtschaftung von Boden, Grundwasser und Sedimenten. ConSoil ist die führende Austauschplattform für diejenigen Forschungsinstitute, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, Behörden und politischen Verantwortungsträger, die sich mit der Erfassung, Sanierung, Sicherung und Wiedernutzung kontaminierter Flächen sowie mit einem integrierten Bodenmanagement befassen.
CO2-Bilanz der Altlastensanierung
Mit großem Interesse verfolgten Konferenzbesucher den Vortrag des niederländischen Tauw Consultants Charles Pijls zur CO2-Bilanz der Altlastensanierung. Nachhaltige Investitionen gewinnen für Unternehmen zunehmend an Bedeutung; die Qualität der gesamten Klimaberichterstattung lässt auf ein gestiegenes Problembewusstsein für den Klimawandel schließen. Der „Carbon footprint of soil remediation” (CO2-Fußabdruck der Bodensanierung) ist ein Maß für alle Treibhausgasemissionen, die im Zuge einer Sanierung anfallen. Sogenannte „CO2-Fußabdrücke” können aufzeigen, wie klimaverträglich Waren und Dienstleistungen sind und wo Emissionen reduziert werden können. Die Tauw-Referenten betonten auch vor dem Hintergrund des CO2-Handels die gestiegene Bedeutung der Ermittlung des CO2-Fußabdrucks. Dieser wurde anhand eines Altlastensanierungsprojektes in einer Straßenbaufirma, bei dem es um die Sanierung von 32.000 m³ Boden und 110.000 m³ Grundwasser ging, erläutert.
Vier Fallstudien Grundwasser-Kontamination
Laurent Bakker, Director of Soil and Groundwater der Tauw Group, hielt einen ebenfalls sehr stark beachteten Vortrag zu Lösungsansätzen für großflächige Grundwasserkontaminationen („Integrated approach for large scale Groundwater Contamination”). Der Chairman der Tauw Group zeigte nach einer grundsätzlichen Betrachtung des Themas in vier Fallstudien ganz konkret auf, mit welch unterschiedlichen Anforderungen die Spezialisten in diesem Bereich umgehen müssen – und vor allem auch können. Laurent Bakker, seit mehr als 20 Jahren als Projektmanager der Tauw tätig, ist ein anerkannter Fachmann in unterschiedlichsten Organisationen. Er agiert u.a. als Chair Dutch Normalization Institute (NEN), Chair Association for Quality Assurance Soil und Member of Netherlands Soil Partnership (NSP). In einem unserer nächsten Newsletter werden wir konkret diese Szenarien noch einmal vorstellen.
In-Situ Chemische Oxidation auf kontaminierten Flächen
Das Fachpublikum interessierte sich ebenfalls sehr für einen Vortrag, der von Thomas Keijzer, Frank Volkering und Martine van Gool (Tauw NL) über den Einsatz In-Situ chemischer Oxidation bei der Sanierung kontaminierter Flächen ausgearbeitet wurde. Es konnte gezeigt werden, dass das ISCO-Verfahren insbesondere auch für die Sanierung von Teerkontaminationen auf Firmenarealen, die ursprünglich von holzverarbeitenden Betrieben, Straßenbau-Unternehmen und Gaswerken genutzt wurden, geeignet ist. Ganz konkret ging es in vier Fallstudien aus den einzelnen Bereichen um die erzielten Ergebnisse, mit denen die Vorteile des Verfahrens erläutert wurden.
Weitere Informationen zu ISCO enthält auch unser weiterer Newsletter-Artikel „In Situ Chemical Oxidation – ISCO-Technologietransfer von den Niederlanden über Deutschland nach Italien”.
Für Fragen, ergänzende Informationen oder ein unverbindliches Beratungsgespräch zur Altlastenproblematik steht Ihnen Frau Dr. Daniela Lud – Projektleiterin der Tauw GmbH - zur Verfügung.