Projekteinblick: Von der Deponie zum Festplatz 2.0

02 Juni 2025

Ende Mai 2025 fand im oberfränkischen Marktredwitz der feierliche Spatenstich zur Sanierung der Deponie „Am Angerplatz“ unter Beteiligung des Bürgermeisters, des Stadtrats und zahlreicher Vertreterinnen der Behörden statt. Da die TAUW GmbH in den vergangenen vier Jahren maßgeblich die Entwicklung des Sanierungskonzeptes und der -planung übernommen hat, wurde unserem Kollegen Matthias Schwalb die Ehre zuteil, eine kleine Rede im Rahmen des Festaktes zu halten (siehe Bild unten).

Zum Projekthintergrund:

Das Areal am Angerplatz hat eine bewegte Vergangenheit. Zwischen 1931 und 1946 wurden hier, mitten im Stadtzentrum von Marktredwitz, auf einer Fläche von ca. 3 ha rund 250.000 Tonnen Hausmüll abgelagert. Zusätzlich gelangten mit Schwermetallen hochbelastete Industrieabfälle in den Deponiekörper. Nach Stilllegung der Deponie wurde der Angerplatz lange als Veranstaltungsfläche für unterschiedlichste Events und Feste in Marktredwitz genutzt.

Aufgrund der erheblichen Umweltbelastungen im Boden wird das gesamte Areal nun in den kommenden Jahren aufwendig saniert, maßgeblich finanziert durch das Förderprogramm der Gesellschaft für Altlasten in Bayern (GAB). Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll der Angerplatz auch in Zukunft wieder als Festplatz genutzt werden. 

Die technischen Kernpunkte der Sanierung umfassen:

  • Neue Oberflächenabdichtung: Auf rund 20.000 m² entsteht ein mehrlagiger Dichtungsaufbau aus Asphalt mit zusätzlicher Untergrundstabilisierung für eine tragfähige Festplatznutzung. Dabei wird die Fläche ca. 70 cm angehoben, um den Eingriff in die Altlasten zu minimieren.
  • Sicherung der Böschungen: Die Deponieböschungen werden mit 600 m Winkelstützelementen, die als Pflanztröge ausgebildet werden, gesichert, abgedichtet, und anschließend intensiv begrünt. So werden Erosionsrisiken minimiert und gleichzeitig ein grüner Rahmen für den Platz geschaffen.
  • Schutz des Grundwassers: Durch die Versiegelung wird künftig die Bildung von Sickerwasser verhindert; ein Monitoring-System mit zehn Grundwasser-Messstellen überwacht den Erfolg. Das Oberflächenwasser des Angerplatzes wird gesammelt, gereinigt und anschließend in den Bach
  • Festzelt-Fundamente 2.0: Für das große Festzelt werden 26 Stahlbeton-Fundamentblöcke in der Deponieoberfläche vorgesehen. Dort können die Zeltanker temporär befestigt werden – schnell, sicher, ohne die neue Abdichtung zu verletzen.
  • Neue Festplatzinfrastruktur: alle bestehenden Ver- und Entsorgungsleitungen werden erneuert und an den Stand der Technik angepasst.
  • Erhalt des Bestandsbewuchs: Der an das Areal angrenzende alte Baumbestand kann bei der gewählten Abdichtung der Grünflächen mittels Lehmschlag erhalten bleiben.

Wir danken der Stadt Marktredwitz für die intensive und konstruktiver Zusammenarbeit, der GAB für die umfangreiche Förderung und für die Lenkung der Planungsprozesse als Projektsteuerer und den Anwohnern und der Bevölkerung für ihr Vertrauen und ihre Geduld während der Bauphase. Wie Matthias Schwalb es in seiner Rede formulierte: "Der Angerplatz bleibt ein Festplatz. Aber er wird ein Festplatz 2.0 – sicher, modern und umweltgerecht“. 

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