Legionellen sind Bakterien, die ubiquitär vorhanden sind. Unter ungünstigen Umständen ist eine Anreicherung in Trinkwasserinstallationen möglich, die bei Inhalation z.B. beim Duschen zu Infektionen der Lunge führen kann. Die Infektion kann tödlich verlaufen. Mit der aktuellen Trinkwasserverordnung werden Planer und Betreiber verstärkt in die Verantwortung für einen hygienisch unbedenklichen Betrieb von Trinkwasserinstallationen genommen.
Auf der Grundlage des Legionella Management Plan (LMP) der britischen Streitkräfte beauftragte die britische Bauverwaltung den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), die Trinkwasserinstallationen von 300 Gebäuden auf einem britischen Militärstandort am Niederrhein vorsorglich auf Legionellen zu untersuchen.
Die Risikobewertung erfolgte zusätzlich in Übereinstimmung mit den Rechtsvorschriften in Deutschland (u. a. TrinkwV, VDI 6023, DIN 1988, DIN EN 1717, EN 806, DVGW-551). Die Probenahme war wie die Analytik gemäß DIN EN ISO 17025:2005 akkreditiert. In den Gebäuden wurden Mängel im Bestand aufgenommen, Wasserproben entnommen und auf Legionellen, allgemeine Keimzahl sowie chemische Parameter untersucht. Die Analysen lieferten ein umfassendes Bild der Wasserqualität und zeigten, falls vorhanden, kritische Verunreinigungen in den Trinkwasserinstallationen auf.
Alle Untersuchungsergebnisse wurden detailliert in individuell für jedes Gebäude erstellten Berichten dokumentiert. In Abhängigkeit von den jeweiligen Befunden wurden gebäude-spezifisch Maßnahmen zur Mängelbeseitigung aufgezeigt, priorisiert und Kostenauf-stellungen erstellt. Befunde in den vorhandenen Kalt- und Warmwasseranlagen mit hohem Risikopotenzial wurden dem zuständigen Technical Support Officer direkt gemeldet, damit umgehend Maßnahmen zur Gefahrenabwehr umgesetzt werden konnten.
Dem Kunden Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW NL Duisburg und den britischen Streitkräften konnte im Rahmen des Projektes eine umfassende Risikobewertung präsentiert werden. Trotz des großen Arbeitsumfangs und der hohen Anzahl untersuchter Gebäude wurde das Assessment in kurzer Zeit umgesetzt. Durch den systematischen Untersuchungsansatz mit der Erhebung von zahlreichen Parametern vor Ort konnten die Ursachen für auffällige Befunde benannt und Mängelbeseitigungen kurzfristig veranlasst werden. Derzeit laufen die Umsetzungen der weiteren Maßnahmen gemäß der vorgenommenen Priorisierung. Durch die ausgeführten Untersuchungen und die systematische Erfassung wird ein rechtssicherer Betrieb der Trinkwasserinstallationen gewährleistet.