Ab 2021 neue gesetzliche Regelungen zum Schutz vor Radon

04 November 2020

Radon ist ein natürliches radioaktives Gas, das überall im Erdreich entsteht. Bei erhöhter Konzentration in Innenräumen kann Radon gesundheitliche Schäden verursachen. Die Gesetzgebung verpflichtet Bauherren und Arbeitgeber ab 2021 dazu, verschärfte Maßnahmen zum Schutz vor Radon umzusetzen.  

Radon (Rn-222), ein natürliches radioaktives Gas, stellt einen klassischen Innenraumschadstoff dar und ist aufgrund der Radioaktivität nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Der konvektive Eintrag aus dem Erdreich in die erdberührende Gebäudehülle und das geogene (auf natürliche Prozesse im Boden zurückzuführende) Radonpotenzial sind die wichtigsten Ursachen für Radonauffälligkeiten in Innenräumen. Das radioaktive Edelgas zerfällt in radioaktive Folgeprodukte, die sich an Feinstaubpartikel anlagern, eingeatmet werden und somit den größten Eintrag zum gesundheitliche Risiko liefern.

Gesetzliche Regelungen zum Schutz vor Radon

Mit dem Strahlenschutzgesetz vom 27. Juni 2017, geändert am 12. Dezember 2019, und der Strahlenschutzverordnung vom 29. November 2018 gelten verbindliche gesetzliche Regelungen für Radon in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen. Die Gesetzgebung verpflichtet Staat, Arbeitgeber und Bauherren zu Maßnahmen zum Schutz von Radon.

In den meisten Radon-Verdachtsflächen werden zuerst sog. Radonkarten herangezogen, um eventuelle Betroffenheit abschätzen zu können. Die derzeit verfügbare Karte zeigt die Radonkonzentration in der Bodenluft und liefert nur eine recht grobe Übersicht. Aufgrund dessen arbeiten derzeit die Bundesländer noch an der Datenlage zur Festlegung von sog. Radonvorsorgegebieten, die bis Ende 2020 ausgewiesen werden sollen. Ab dem 1. Januar 2021 gelten dann Messpflichten in Keller- und Erdgeschossen von Arbeitsplätzen in Radonvorsorgegebieten bzw. behördlich ausgewiesen Radongebieten.

Bei Ermittlung von hohem Radonkonzentrationen sind technische Minderungsmaßnahmen unverzüglich zu ergreifen.

Zusammenfassend  ergeben sich in Zukunft in Bezug auf Radon folgende Aufgaben:

  • behördliche Ausweisung der Radonvorsorgegebiete (bis zum 31. Dezember 2020)
  • Berücksichtigung von Radon bei Neubau und bei der Altbausanierung
  • Zusätzliche Maßnahmen zum Radonschutz bei Neubau in Radonvorsorgegebieten
  • Radonmessungen in der Bodenluft (Neubau, Erstellung von Bebauungsplänen) und an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss eines Gebäudes in Radonvorsorgegebieten (Messpflicht ab dem 1. Januar 2021)


Bauherren haben bei Neubauten in solchen Gebieten die Pflicht, durch bauliche Maßnahmen das Eindringen von Radon in das Gebäude weitgehend zu verhindern. Es ist also sinnvoll, Radon-Gas mittels Bodenuntersuchung in einem frühen Baustadium untersuchen zu lassen. Bei Arbeitsplätzen (Bestandsgebäude) in gefährdeten Gebieten sind die Verantwortlichen verpflichtet, die Radonkonzentration an Arbeitsplätzen im Keller und im Erdgeschoss messen zu lassen. Hierbei müssen bei Messwerten über 300 Becquerel pro Kubikmeter, Maßnahmen ergriffen werden, um dort die Radonkonzentration zu senken. 

Nützliche Info zum Thema Radon bietet auch die Broschüre des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Hier wird unter anderem erläutert, was unter den Radonvorsorgegebieten zu verstehen ist und welche rechtlichen Vorgaben in Bezug auf Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze zu beachten sind. Link zum Download (auf der Website des BMU)

TAUW kann Radon messen und analysieren.

Kontaktieren Sie uns. Unsere Experten helfen Ihnen gerne weiter.