Am Standort eines metallverarbeitenden Betriebes in Italien sind durch die langjährige Entfettung von Metallteilen Lösemittel ins Grundwasser gelangt. Nachdem die vorherigen Sanierungsverfahren den Schaden nicht endgültig beseitigen konnten, wurde die Tauw GmbH bei der weiteren Sanierung in Venetien eingebunden. Tauw-Ingenieur Matthias Pfülb aus Moers, der bereits bei vorhergehenden Projekten das Verfahren der In Situ Chemical Oxidation (kurz: ISCO) in Zusammenarbeit mit den niederländischen Kollegen erfolgreich anwenden konnte, demonstrierte nun auch dem italienischen Kunden die Wirksamkeit des Verfahrens.
In einem ersten Sanierungsprojekt hatte der Kunde in Italien auf Air-Sparging gesetzt: In diesem pneumatischen In Situ Verfahren wird Luft in den Bodenkörper eingebracht und an dafür vorgesehenen Luftpegeln wieder abgesaugt. Keine ausreichende Lösung gab es allerdings für die Beseitigung der immer noch signifikanten Restbelastung auf einer rund 200 Quadratmeter großen Fläche.
Nach ausführlichen Prüfungen des Grundwassers entschied sich der Kunde in Zusammen-arbeit mit der Tauw für das ISCO-Verfahren: Unter dem ISCO-Verfahren (In Situ Chemical Oxidation) wird das Einbringen von Oxidationsmitteln über Injektionsbrunnen in den Boden bzw. in das Grundwasser verstanden. Ziel ist die Beseitigung lokaler Kontaminationsherde durch eine chemische Oxidation. Als Oxidationsmittel kommen in diesem Verfahren meist Wasserstoffperoxid, Natrium- oder Kaliumpermanganat zum Einsatz. Mit diesem Verfah-ren lassen sich beispielsweise LHKW-Konzentrationen dauerhaft absenken. Bei Kontakt mit dem Oxidationsmittel werden die Schadstoffe im Boden zerstört und zu unschädlichen Reststoffen (Chlorid, Wasser und Kohlendioxid) umgewandelt. Das Verfahren wurde in den 1990er Jahren in den USA entwickelt, in Europa von den Niederländern erfolgreich über-nommen und von der Tauw bereits mehrfach auch in Deutschland mit sehr gutem Erfolg eingesetzt: Die hervorragende Eignung des ISCO-Verfahrens wurde von der Tauw nachhaltig an mehreren Standorten in NRW und Hessen unter Beweis gestellt.
Mit Hilfe von drei Einleitpegeln und nach Bereitstellung von drei Containern wurde das Verfahren bei dem italienischen Kunden unter Einsatz einer 40prozentigen Stammlösung Natriumpermanganat durchgeführt. Das Projekt dauert noch an; durch regelmäßige Grund-wasserprobenahmen wird die Nachhaltigkeit des eingesetzten Verfahrens sichergestellt. Bereits jetzt ist sichtbar, dass das Verfahren zu einer weiteren signifikanten Verbesserung der Grundwasserwerte geführt hat. Ungewöhnlich war bei dem Einsatz in Italien, dass in der 1. Injektionsphase ein Zeitraum von drei Tagen ausreichte, um das kontaminierte Areal wirkungsvoll zu behandeln. In Abhängigkeit von den Ergebnissen der laufenden Grund-wasserüberwachung und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden wird über weitere Permanganatinfiltrationen entschieden.