In Gladbeck/ Kreis Recklinghausen startete im November 2011 eine umfangreiche Boden-sanierung auf dem 3.500 qm großen Grundstück einer Eigentumswohnanlage. Der kontaminierte Boden wird mit dem Großlochbohrverfahren ausgetauscht.
Auf dem Grundstück befindet sich heute eine Wohnanlage mit 33 Eigentumswohnungen. Bis in die 70er Jahre befand sich dort eine chemische Reinigung. Durch den Umgang mit den eingesetzten Reinigungsmitteln weist das Gelände eine erhebliche Bodenbelastung durch Tetrachlorethen (PER) auf, die bis in den grundwassergesättigten Bereich hinein reicht.
Erste Bodenluft- und Grundwasseruntersuchungen wurden bereits im Jahr 2003 durchgeführt. Die Tauw GmbH wurde in 2007 mit der Durchführung einer abschließenden Gefährdungsabschätzung sowie einer Sanierungsuntersuchung beauftragt. Die von Tauw durchgeführten Untersuchungen zeigten schnell, dass eine Gefährdung der Anwohner ausgeschlossen werden kann. Das Grundwasser ist jedoch durch die vorhandene Untergrundbelastung bereits in erheblichem Maße verunreinigt, so dass im Rahmen der Sanierungsuntersuchung eine weitgehende Dekon-tamination des Schadenszentrums bis in eine Tiefe von 10 m mittels überschnittener Großlochbohrungen ausgewählt wurde.
Die Gesamtmaßnahme wird vom Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) zusammen mit dem Kreis Recklinghausen durchgeführt. Die Tauw GmbH ist vom AAV mit der gesamten Planung, Steuerung und Überwachung des Projektes beauftragt. Für die Dauer des Bodenaustausches führte Tauw eine kontinuierliche örtliche Bauüberwachung durch. Neben der Ausführung der Arbeiten auf der Baustelle und den Entsorgungsmaßnahmen (Abfuhr von ca. 8.300 Tonnen belasteten Erdreichs) wurde dabei auch die Umsetzung der umfangreichen Arbeits- und Anwohnerschutzmaßnahmen überwacht. So wurde der belastete Boden in flüssigkeitsdichten, abgedeckten LKWs abtransportiert, die vor Verlassen der Baustelle gesäubert wurden, um eine Verschleppung von Schadstoffen in den öffentlichen Straßenbereich zu vermeiden. Der Bodenaustausch wurde durch ein Messprogramm begleitet, bei Bedarf stand eine Bewetterungsanlage zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen bereit.
Die gesamte Sanierungsmaßnahme erfolgte unter schwierigen örtlichen Bedingungen inmitten eines Wohngebietes. So mussten vor dem Beginn des eigentlichen Bodenaustausches zunächst eine Baustraße angelegt und die vorhandenen Leitungen (Strom, Wasser, Abwasser) für die Dauer der Arbeiten aus dem Baufeld verlegt werden.
Der Bodenaustausch wurde im April 2012 erfolgreich abgeschlossen. In Kürze wird mit den umfangreichen Arbeiten zur Wiederherstellung der betroffenen Grundstücke begonnen.
Für ergänzende Informationen steht Ihnen gerne Herr Oliver Kraft – Projektleiter Tauw GmbH – zur Verfügung.