Abfallvermeidung und Recycling sind im Rahmen von Nachhaltigkeitsdiskussionen immer wieder große Themen. Haushaltsüblicher Verpackungsmüll und Altpapier sind dabei allerdings bei weitem nicht die größte Herausforderung, denn mengenmäßig sind Bauabfälle der größte Abfallstrom der EU. In Deutschland entfallen beispielsweise ca. 50% des gesamten Müll-Aufkommens auf Bauabfälle, inklusive mineralischer Aggregate/Zuschlagstoffe, Beton, Asphalt, Tonziegel, Gips, Holz und Kunststoffe. Daher besteht ein großes Potenzial für positive Umweltauswirkungen, wenn die Recyclingraten verbessert würden.
In dem von der Europäischen Kommission beauftragten Projekt „GROW/2022/OP/0015 (Background Data Collection for Future EU End-of-Waste Criteria of Construction and Demolition Waste)“ sammelte ein internationales TAUW-Team gemeinsam mit dem belgischen Projektpartner Milieu Daten und Informationen zu Materialströmen im Bau- und Abbruchsektors der 27 EU-Mitgliedsstaaten. Ein wegweisendes Projekt, auf das wir sehr stolz sind.
Nun ist das Projekt beendet, dessen Kernstück eine EU-weite Studie mit Hunderten Branchen-Experten und -Expertinnen zu Recycling-Raten, Materialwerten und existierenden Produktnormen war.
Die Studie zeigte, dass die Abfall- und Nebenproduktströme von Zuschlagstoffen, Beton, gebrannten Tonziegeln und Gips das größte Potenzial für mögliche künftige EU-weite End of Waste-Kriterien (EoW) aufweisen, gefolgt von einem durchschnittlichen Potenzial für Asphalt, inerte Dämmstoffe, Kunststoffschaumdämmstoffe, Hartkunststoffe und Holz sowie einem deutlichen Ausreißer für den Strom der Bauprodukte zur Wiederverwendung.
Aus allen Gesprächen mit den Interessenvertretern während dieser Studie ging hervor, dass die Mehrheit künftige europäische EoW-Kriterien für die untersuchten Abfallströme befürworten würde. Vorteile davon wären ein klarer Materialstatus, weniger Verwaltungsaufwand, Umweltvorteile und ein verbesserter Markt. Im Allgemeinen ergab sich aus den Beiträgen ein positives Bild der potenziellen ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Einführung EU-weiter Abwrackkriterien für umweltschädliche Abfälle sowie eine positive Haltung des Marktes.
Mit den Ergebnissen dieser Studie hat die Europäische Kommission eine solide Grundlage für die Planung weiterer Schritte hin zu EU-weiten End of Waste-Kriterien für den Bau- und Abbruchbereich bekommen. Wir freuen uns auf die zukünftigen Entwicklungen und sind stolz, Teil dieses Fortschritts zu sein.
Den detaillierten Abschlussbericht und weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Europäischen Union
Gerne helfen wir Ihnen weiter.