In der Folge des dramatischen Augusthochwassers wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine interdisziplinäre Förderaktivität unter dem Namen "Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse" ins Leben gerufen. Im Rahmen des Programms RIMAX wurden durch Integration unterschiedlicher Fachdisziplinen verbesserte Instrumente des Hochwasserrisikomanagements entwickelt. Die Tauw GmbH war im Rahmen des Teilvorhabens "Entwicklung eines integrativen Bewirtschaftungskonzepts für Trockenbecken und Polder zur Hochwasserrückhaltung" beteiligt und hat bei der Erstellung des Leitfadens zur Erarbeitung eines integrativen Bewirtschaftungskonzepts für Trockenbecken und Polder mitgewirkt.
Die extremen Hochwässer an Oder- und Elbe in den Jahren 1997 und 2002 haben gezeigt, dass der stoffliche Aspekt eine bedeutsame Komponente des Hochwasserschadenspotenzials darstellt. Die Entwicklung eines Bewirtschaftungskonzeptes für Trockenbecken und Polder zur Hochwasserrückhaltung ist für zukünftige Planungen und Entscheidungen unerlässlich. Der Leitfaden beleuchtet innerhalb des oben beschriebenen Spannungsfeldes schwerpunktartig die stofflichen Hochwasserrisiken, welche bislang häufig nicht in die Gesamtbetrachtung des Schadenpotentials einbezogen werden.
Über die Betrachtung von Teilbereichen hinaus liefert das Team der Tauw GmbH aus hochqualifizierten, engagierten Ingenieuren und Naturwissenschaftlern insbesondere auch ganzheitliche Betrachtungen der Risikosituation eines Standortes. Dies umfasst die Naturrisikoexposition eines Standortes in Szenarien, die die lokalen Einflüsse durch Starkwindereignisse, lokale Starkniederschläge und Sturzfluten, aufsteigendes Grundwasser, Rückstau (Kanalisation) und Ausuferung von größeren Gewässern erfassen.
In die Bestandsaufnahme und Schwachstellenanalyse fließen die an den Anlagenstandorten vorhandene Infrastruktur, die technischen Prozessabläufe, die Vorsorgemaßnahmen und Ausrüstungen zur Risikominderung in die Risikobewertung ein. Die von der Tauw erarbeiteten Szenarien stützen sich auf umfassende Datenbanken, wie z.B. Kostra-DWD-2000 für Niederschlagsereignisse, um die Exposition von Standorten zu beschreiben. Ausgehend von den Ergebnissen der Schwachstellenanalyse und den betrachteten Risikoszenarien wird für jeden Standort ein angepasster Maßnahmenplan erstellt, der neben Empfehlungen für organisatorische Maßnahmen entsprechende technische Vorsorge- und Schutzmaßnahmen umfasst und Grundlage für ein betriebliches Risikomanagement bei Naturgefahren bildet. Die Szenarien werden zudem mit Höchstschadenschätzungen zum Probable Maximum Loss (PML) hinterlegt. Dadurch wird auch gegenüber der Assekuranz die notwendige Transparenz der Risikosituation erlangt, welche sich in einer angemessenen Prämienfindung niederschlagen wird.
Bei Fragen und Anregungen zu diesem Thema senden Sie einfach eine Mail an Ihre Ansprechpartner Dr. Stefan Markwort und Dr. Patrick Jacobs.


