Seit dem Jahr 2006 war auch die Regensburger Niederlassung des Umweltberatungsunternehmens Tauw GmbH in den laufenden Rückbauprozess eingebunden: Die Berater wurden von der E.ON Kraftwerke GmbH zunächst mit einer orientierenden Erkundung und Bewertung der Schadstoffbelastungen in Boden, Bodenluft und Grundwasser des Kraftwerksgeländes und der Umgebung beauftragt. Aufbauend auf dem erstellten Sanierungsplan übertrug die E.ON Kraftwerke GmbH der Tauw GmbH als Generalplaner alle Leistungen bezüglich der Sanierung und Rekultivierung des Kraftwerksgeländes und der 800.000 m3 umfassenden Aschendeponie des Braunkohlekraftwerks.
Im Vorfeld zur Erstellung des Sanierungsplans wurden von den Spezialisten der Tauw umfangreiche Abstimmungsgespräche mit der Regierung von Oberfranken, dem Wasserwirtschaftsamt Hof sowie den weiteren projektbeteiligten Behörden durchgeführt. Dabei wurde die behandelte Sanierungsvariante mit Aushub der Aschen aus dem Überschwemmungsbereich, der Aufschüttung der Aschen im Bereich der alten Kraftwerksfundamente sowie der Abdeckung mit Bodenmaterial und Bepflanzung durch die Tauw-Mitarbeiter mehrfach vorgestellt und diskutiert. Entscheidungen bezüglich der Festlegung der Aushubgrenzen, Oberflächenminimierung und Rückzug der Aschen nördlich des Grunddurchlasses, Einleitgrenzwerte und weiteren Randbedingungen wurden dabei von Seiten der Regierung von Oberfranken getroffen.
Im Rahmen der Sanierung und Rekultivierung in Arzberg/ Oberfranken wurden ca. 450.000 m3 Kraftwerksaschen aus der Aschenhalde und dem Grundwasserbereich auf dem Gelände umgelagert und mit örtlich gewonnenem Rekultivierungsboden abgedichtet. Zur Sickerwasserreduzierung und der Erhöhung der Verdunstungsleitung wurden rund 125.000 neue Bäume angepflanzt, die das Gelände in wenigen Jahren in eine bewaldete Hügellandschaft verwandeln werden.
Restarbeiten im Rückbau des Brunnens abgeschlossen
Die Rekultivierung des Kraftwerksgeländes, das sich rund 40 Kilometer südöstlich von Hof befindet, ist fertig gestellt. Seit September 2011 sind die Restarbeiten wie der Rückbau des Betriebsbrunnens mit einer Tiefe von 100 Metern abgeschlossen. Die E.ON Kraftwerke GmbH hat einen hohen einstelligen Millionenbeitrag in die Rekultivierung des Geländes gesteckt; nicht inbegriffen sind dabei die Kosten für den Kraftwerksrückbau.
Zur Erschließung des Sanierungsbereiches wurden vier Kilometer neue Straßen sowie insgesamt fünf Kilometer lange Drainageleitungen zur Sickerwassererfassung und Gräben zur Oberflächenwasserfassung angelegt. Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände wurden die Entnahmebereiche des Rekultivierungsmaterials als neue Teichflächen und Flachwassermulden mit einer Gesamtfläche von ca. fünf Hektar angelegt und entsprechend dem landschaftspflegerischen Begleitplan als Biotopflächen ausgebildet.
Keine Folgenutzung des Geländes vorgesehen
Nach erfolgter Rekultivierung des Kraftwerksgeländes ist keine Nutzung des Geländes vorgesehen. Einrichtungen für Freizeitaktivitäten werden gegenüber den ursprünglichen Überlegungen nicht errichtet, um ein Betreten und Befahren der Rekultivierungsflächen zu verhindern. Nur zur Erhaltung und Pflege der Bepflanzung werden forstwirtschaftliche Arbeiten durchgeführt. Das Gelände ist derzeit mit Ausnahme des Röslauufers im Bereich vom ehemaligen Kühlteich bis zu den Kühltürmen komplett eingezäunt. Der Zaun wird noch mindestens fünf Jahre erhalten bleiben, um die Rekultivierungsflächen vor Wildverbiss zu schützen. Nach erfolgtem Anwuchs wird der Zaun rückgebaut. Verbleibende und für den Betrieb notwendige Bauwerke werden dauerhaft gegen Betretung gesichert.
Von der Generalplanung der Tauw GmbH bis zur Nachsorge
Die Tauw GmbH übernahm als Generalplaner die Detailerkundung, Vorentwurfs- und Entwurfsplanung, die Genehmigungsplanung inklusive Sanierungsplan nach BBodschG, die Betreuung des wasserrechtlichen Verfahrens gemäß Wasserhaushaltsgesetz sowie die Ausführungsplanung für den gesamten Standort. Dazu zählten die Ausschreibung inkl. Mitwirkung bei der Vergabe aller Bauleistungen, die Erarbeitung eines landschaftspflegerischen Begleitplanes, die Hochwassermodellierung des Röslautales sowie Grundwasseruntersuchungen auf dem Areal.
Die Überwachung der Bauausführung umfasste die Bauoberleitung, die örtliche Bauüberwachung sowie die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination bei den Rekultivierungsarbeiten. Abgerundet wurde die Dienstleistung der Tauw durch die fachgutachterliche Begleitung zur Sicherstellung des genehmigungskonformen Vorgehens im Hinblick auf Qualitätssicherung, Deklarationsanalytik, Beweissicherung, Freigabe zur Verfüllung und zum Einbau, kontinuierliche Behördeninformation und umfassende Dokumentation. Grundwasser-Monitoring und Sickerwasseruntersuchungen wurden ebenfalls während der gesamten Bauausführung von der Tauw übernommen.
Während der nächsten fünf Jahre wird das Regensburger Büro den Auftrag zur Nachsorgekontrolle des Grundwassers sowie die Überwachung und Pflege des Grundstücks zunächst übernehmen.
Für ergänzende Informationen steht Ihnen Herr Matthias Schwalb - Projektleiter Tauw GmbH Regensburg - zur Verfügung.


